Risse im Gebäude: Ursachen richtig erkennen
24.11.2025
Risse im Gebäude verunsichern viele Hausbesitzer. Oft hört man dann den Satz: „Das Haus setzt sich noch.“ Bei sehr alten Gebäuden klingt das auf den ersten Blick logisch, ist es in den meisten Fällen aber nicht.
Häuser, die seit 50, 80 oder sogar 100 Jahren stehen, haben ein Fundament, dessen Untergrund längst stark verdichtet ist. Ein weiteres Setzen des Gebäudes ist unter normalen Umständen kaum möglich. Wenn trotzdem Risse auftreten, gibt es dafür fast immer eine konkrete Ursache.
Eine mögliche Ursache sind statische Veränderungen. Risse über Fenstern, Türen oder im tragenden Mauerwerk können darauf hinweisen, dass die Statik des Hauses nicht ausreichend ist oder sich über die Jahre verändert hat. Auch Stahlträger oder andere Stahlelemente im Mauerwerk können Probleme verursachen. Beginnt der Stahl zu rosten, dehnt er sich aus und drückt das umgebende Mauerwerk auseinander.
Auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle. Werden in direkter Nähe Erdarbeiten durchgeführt, etwa durch das Einbringen von Spundwänden oder schwere Rammarbeiten, entstehen Erschütterungen. Diese können Spannungen im Gebäude auslösen, die sich später in Form von Rissen zeigen.
Wenn all das ausgeschlossen werden kann, bleibt ein Punkt, der häufig unterschätzt wird: Feuchtigkeit im Keller und im Mauerwerk.
Viele ältere Gebäude wurden mit gebrannten Lehmziegeln gebaut. Im trockenen Zustand sind diese Steine sehr druckfest. Nimmt der Ziegel jedoch über längere Zeit Feuchtigkeit auf, verliert er nach und nach seine Stabilität. Der Stein wird weicher und lässt sich zusammendrücken. Unter dem Gewicht des Hauses gibt er langsam nach und es entstehen Risse im Mauerwerk.
Je länger dieser Zustand anhält, desto größer werden die Schäden. Sanierungen werden aufwendiger, teurer und können im schlimmsten Fall die Statik des Gebäudes beeinträchtigen.
Deshalb ist es entscheidend, nicht nur die Risse zu reparieren, sondern die Ursache zu beseitigen. In vielen Fällen bedeutet das, die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zu entfernen, damit der Ziegel seine Druckfestigkeit zurückgewinnen kann.
Verfahren wie das Verkieseln der Wände lösen dieses Problem oft nicht. Häufig wird die Feuchtigkeit dabei lediglich im Mauerwerk eingeschlossen und die Wand bleibt nass. Bereits bei einer Durchfeuchtung von rund 12 Prozent sinkt der Wärmedämmwert einer Wand um bis zu 70 Prozent. Räume lassen sich dann kaum noch beheizen und das eigentliche Problem bleibt bestehen.
Wenn Sie Risse an Ihrem Gebäude festgestellt haben, lohnt es sich, frühzeitig hinzuschauen. Je eher die Ursache erkannt wird, desto besser lassen sich größere Schäden vermeiden.
Wenn Sie unsicher sind, woher die Risse in Ihrem Haus kommen, schildern Sie mir gern Ihre Situation. Oft lässt sich schon im Gespräch klären, ob Handlungsbedarf besteht und welcher Schritt sinnvoll ist.






